Filmtag
Früh morgens machten wir uns, Nina + Marcel als Fahrgemeinschaft, auf den Weg zum Filmset. Die Strassen der umliegenden Dörfer waren zu dieser Zeit noch menschenleer, und die gesamte Region schien noch tief und fest zu schlafen. Am vereinbarten Treffpunkt, Clubhaus, angekommen, blickten wir erst einmal prüfend in den leicht wolkenverhangenen Himmel. Glücklicherweise hielt sich die Hitze der letzten Tage etwas zurück. Wetter und Temperaturen waren moderat, der See lächelte und lud zum (Bade) filmen. Kein sengender Sonnenschein, der harte Schatten auf die Gesichter geworfen hätte, es herrschten ideale Bedingungen für unsere geplante Kamerasession.
Als wir die Steganlage und die Wasserlage besichtigten, hielten wir kurz inne und atmeten tief die frische, wunderbar klare Luft des beginnenden Tages ein. Die Stille, die nur vom ganz leisen Plätschern der kleinen Wellen unterbrochen wurde, hatte etwas zutiefst Magisches an sich.
Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung.
Dieses altbekannte Sprichwort fing die friedliche, fast schon andächtige Atmosphäre an diesem Morgen perfekt ein, bevor der gewohnte Trubel des restlichen Tages unweigerlich einsetzen würde. Doch die idyllische Ruhe täuschte ein wenig über die bereits herrschende Betriebsamkeit am kleinen Anlegeplatz hinweg. Filmcrew und Bootschef waren schon zugegen, heizten die Kaffeemaschine ein und luden die Equipment Kisten, Scheinwerfer, Stative und Kabeltrommeln auf die ARGO.
Unser heutiges Etappenziel
- Clubhaus von der See-, Eingangs- und Strassenseite => wird sicher nochmals wiederholt
- Eintreffende Tauchende mit Material => wird sicher nochmals wiederholt
- Aufrüsten und Vorbereiten der Tauchausrüstung => wird sicher nochmals wiederholt
- Pre-Dive-Check vor dem Clubhaus => wird sicher noch wiederholt
- Taucher auf dem Weg zum Boot => wird sicher noch wiederholt
- Einstieg der Taucher ins Boot ✓
- Ablegen der Argo mit Tauchern an Bord => noch pendent, weil Zuwenig Wasser
- Einstieg der Taucher vom Boot ins Wasser (Einweg TG von der Badi Kilchberg zum o. Albatros) => ist filmisch nicht festgehalten worden
- Auftauchen der Tauchenden am Haus Riff ✓
Der erfahrene Bootschef steuerte uns mit sicherer Hand durch die schmale Fahrrinne im seichten Wasser, während der starke Motor angenehm leise vor sich hin brummte.
Das seichte Wasser gewährte uns einen nicht völlig ungetrübten Blick auf den sandigen Grund. Der Zurisee ist halt nicht mit den berühmten glasklaren Silver Springs zu vergleichen.
Viele Jungfische im Seegras tummelten sich entlang der Seegraskante und suchten eifrig Schutz zwischen den grünen Halmen. Es wimmelte auf dem Weg zurück nur so von jungem Leben, und das sanfte Licht der Morgensonne, das sich zwischenzeitlich langsam durch die Wasseroberfläche brach, erzeugte ein faszinierendes, glitzerndes Spiel aus moosig grünem Licht und Schatten.
Nach Arbeit, bei der die Szenen gut in der Drohne und auf dem Händy landeten, bogen wir am späten Vormittag sichtlich erschöpft, aber glücklich wieder im Heimathafen ein. Der Einsatz hatte sich für das gesamte Team gelohnt, und die ruhigen Morgenstunden hatten den perfekten Grundstein für diesen Drehtag gelegt.
Also künftige Statistinnen und Statisten ergreift die günstige Chance den Karriereschritt ins Filmbusiness. Wer weiss wer der nächste «Mike Nelson, Lloyd Bridges, in der Kultserie „Abenteuer unter und über Wasser“ (im Original Sea Hunt, 1958–1961) wird.
Frei nach Hugo
Allzeit gutes Atemgas
Marcel + Nina (Alter vor Schönheit)